Susanne Thomas

Ihre Fachanwältin für Arbeitsrecht in 40764 Langenfeld

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Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht Susanne Thomas

Mein Ziel: Ihr Recht!

Ich führe eine re­gio­nal und über­re­gio­nal tä­ti­ge An­walts­kanz­lei im Her­zen
von Lan­gen­feld. Ich be­ar­bei­te als Fach­an­wäl­tin für Ar­beits­recht
aus­schließ­lich ar­beits­recht­li­che Fall­ge­stal­tun­gen so­wohl auf
Ar­beit­neh­mer- als auch auf Ar­beit­ge­ber­sei­te.

Mein Ziel ist es, mei­nen Man­dan­ten in jeder Le­bens­si­tua­ti­on zu­ver­läs­sig zur Seite zu ste­hen.

 Ich be­ar­bei­te die Rechts­fäll­e stets mit dem Be­mü­hen um höchs­tes ju­ris­ti­sches Ni­veau, das ich durch meine Spe­zia­li­sie­rung und stän­di­ge Fort­bil­dung ge­währ­leis­te. Ich er­brin­ge um­fas­sen­de Be­ra­tung, prä­zi­se Ent­schei­dungs­hil­fe und ef­fek­ti­ve Man­dan­ten­ver­tre­tung vor Ge­richt.

Mein be­son­de­rer Ser­vice: Man­dan­ten­ter­mi­ne auch am Wo­chen­en­de und stän­di­ge te­le­fo­ni­sche Er­reich­bar­keit in Not­fäl­len! 

Gerne be­ra­te ich Sie um­fas­send zu mei­nem An­ge­bot.

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Kein Anspruch auf Lohnfortzahlung für geringfügig Beschäftigte während Corona-Lockdown

BAG v. 13.10.2021 - 5 AZR 211/21

Muss der Arbeitgeber seinen Betrieb aufgrund eines staatlich verfügten allgemeinen "Lockdowns" zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vorübergehend schließen, trägt er nicht das Risiko des Arbeitsausfalls. Er ist nicht verpflichtet, den Beschäftigten Vergütung unter dem Gesichtspunkt des Annahmeverzugs zu zahlen.

 

Der Sachverhalt:

Die Beklagte betreibt einen Handel mit Nähmaschinen und Zubehör und unterhält in Bremen eine Filiale. Dort ist die Klägerin seit Oktober 2019 als geringfügig Beschäftigte gegen eine mtl. Vergütung von 432 € im Verkauf tätig.

Im April 2020 war das Ladengeschäft aufgrund der "Allgemeinverfügung über das Verbot von Veranstaltungen, Zusammenkünften und der Öffnung bestimmter Betriebe zur Eindämmung des Coronavirus" der Freien Hansestadt Bremen vom 23.3.2020 geschlossen. Deshalb konnte die Klägerin nicht arbeiten und erhielt auch keine Vergütung.

Mit ihrer Klage begehrte sie die Zahlung ihres Entgelts für den Monat April 2020 unter dem Gesichtspunkt des Annahmeverzugs. Sie ist der Ansicht, die Schließung des Betriebs aufgrund behördlicher Anordnung sei ein Fall des von der Beklagten als Arbeitgeberin zu tragenden Betriebsrisikos. Dagegen beantragte die Beklagte Klageabweisung und machte geltend, die von der Freien Hansestadt Bremen zur Pandemiebekämpfung angeordneten Maßnahmen beträfen das allgemeine Lebensrisiko, das nicht beherrschbar und von allen gleichermaßen zu tragen sei.

ArbG und LAG gaben der Klage statt. Auf die Revision der Beklagten hob der BAG das Berufungsurteil auf und wies die Klage ab.

 

Die Gründe:

Die Klägerin hat für den Monat April 2020, in dem ihre Arbeitsleistung und deren Annahme durch die Beklagte aufgrund der behördlich angeordneten Betriebsschließung unmöglich war, keinen Anspruch auf Entgeltzahlung unter dem Gesichtspunkt des Annahmeverzugs.

Der Arbeitgeber trägt auch nicht das Risiko des Arbeitsausfalls, wenn - wie im vorliegenden Fall - zum Schutz der Bevölkerung vor schweren und tödlichen Krankheitsverläufen infolge von SARS-CoV-2-Infektionen durch behördliche Anordnung in einem Bundesland die sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert und nahezu flächendeckend alle nicht für die Versorgung der Bevölkerung notwendigen Einrichtungen geschlossen werden. In einem solchen Fall realisiert sich nicht ein in einem bestimmten Betrieb angelegtes Betriebsrisiko.

Die Unmöglichkeit der Arbeitsleistung ist vielmehr Folge eines hoheitlichen Eingriffs zur Bekämpfung einer die Gesellschaft insgesamt treffenden Gefahrenlage. Es ist Sache des Staates, ggf. für einen adäquaten Ausgleich der den Beschäftigten durch den hoheitlichen Eingriff entstehenden finanziellen Nachteile - wie es zum Teil mit dem erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld erfolgt ist - zu sorgen. Soweit ein solcher - wie bei der Klägerin als geringfügig Beschäftigter - nicht gewährleistet ist, beruht dies auf Lücken in dem sozialversicherungsrechtlichen Regelungssystem. Aus dem Fehlen nachgelagerter Ansprüche lässt sich jedoch keine arbeitsrechtliche Zahlungspflicht des Arbeitgebers herleiten.

 

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 14.10.2021 13:34
Quelle: BAG PM Nr. 31 vom 13.10.2021